Stiftung-Warentest über Pedelecs schlägt hohe Wellen

Seit gestern ist das Testergebnis der Stiftung Warentest für Pedelecs veröffentlicht und schlägt hohe Wellen. Der Test offenbart bei mehr als der Hälfte der getesteten Modelle schwere Mängel, wie z. B. Rahmen- und Lenkerbrüche sowie schwache Bremsen.

Das Fahrrad ist mittlerweile als Verkehrsmittel in Öffentlichkeit und Politik anerkannt und fest etabliert, darum bedeuten viele dieser Ergebnisse einen großen Imageschaden für die gesamte Fahrradbranche und den Pedelec-Markt.

Die Tests der Stiftung Warentest sind anspruchsvoll. Eine Blitzumfrage bei verschiedenen VDZ-Mitgliedern hat jedoch ergeben, dass die Ergebnisse kaum die Realität „in der realen Welt“ wiederspiegeln. Lenker- oder Rahmenbrüche bei aktuellen Pedelecs sind so gut wie unbekannt im Handel. Die Belastungen im Test und die widersprüchlichen Werte bei gleichen Bauteilen müssen auf jeden Fall kritisch hinterfragt werden. Wie auch in vorherigen Tests sind die Prüfkriterien weder Handel noch Herstellern bekannt und meistens über der Norm liegend.

Wir fragen uns ebenfalls, warum der Beirat der Stiftung Warentest, in dem auch der VDZ mitarbeitet, im Vorfeld - wie sonst üblich - nicht hinzugezogen wurde. Wir haben deshalb die Stiftung Warentest um eine entsprechende Stellungnahme gebeten.

Der Fahrradhandel muss nun auch Antworten der Industrie haben, um auf Rückfragen seiner Kunden vorbereitet zu sein. Deshalb haben wir heute ebenfalls die getesteten Herstellerfirmen gebeten, zu diesen Ergebnissen Stellung zu nehmen.

Im Interesse der gesamten Fahrradbranche ist aus Sicht des VDZ eine enge Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Handel nun wichtiger als je zuvor. Aufklärung ist unausweichlich. Wir werden weiter informieren.

 

Verband des Deutschen Zweiradhandels e. V.

Dietmar Knust

Vorstandsvorsitzender

 

 

3. Nationaler Radverkehrskongress in Münster

Am 13. Und 14. Mai fand in Münster der 3. Nationale Radverkehrskongress statt. Diese Veranstaltung findet alle zwei Jahre statt und führt mit einem breiten Themenspektrum Experten aus der Planungspraxis, der Wissenschaft, der Wirtschaft sowie der Politik und von Vereinen und Verbänden zusammen. Veranstaltet wurde dieser größte Kongress für den Radverkehr in Deutschland vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gemeinsam mit dem gastgebenden Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Münster. Das Thema Verkehrssicherheit sowie auch die unterschiedlichen Ausgangslagen und Rahmenbedingungen der Radverkehrsförderung in Städten und Kommunen waren die Themen des Kongresses.

Bundesverkehrsminister Ramsauer eröffnete die Veranstaltung u.a. mit den Worten: "Der Bund misst der Förderung des Radverkehrs als Teil eines modernen Verkehrssystems in Städten und ländlichen Räumen einen hohen Stellenwert bei und fördert ihn mit dem Nationalen Radverkehrsplan. Der diesjährige Kongress steht ganz im Lichte des neuen Nationalen Radverkehrsplans 2020. Dessen Titel - ‚Den Radverkehr gemeinsam weiterentwickeln‘ - ist auch unser Kongressmotto, um wichtige Impulse für die Radverkehrsförderung zu geben."

700 Teilnehmer – darunter auch VDZ-Vorstandsvorsitzender Dietmar Knust – konnten sich an zwei Kongresstagen in acht Fachforen durch vielfältige Beiträge zu den thematischen Handlungsfeldern des Nationalen Radverkehrsplans informieren und diskutieren. Dazu gehörten z. B. die Integrierte Radverkehrsplanung, Infrastruktur und Verkehrssicherheit, Potenziale von Pedelecs im Alltags- und Wirtschaftsverkehr aber auch die internationale Radverkehrspolitik.

Dietmar Knust, VDZ-Vorstand, beurteilte die Veranstaltung wie folgt: „Bei dieser Konferenz wird deutlich, dass in den Städten und Gemeinden eine Umdenken stattfindet. Auch bedingt durch die Themen Umwelt- und Klimaschutz hat das Fahrrad hier plötzlich einen ganz anderen Stellenwert und wird sehr positiv angesehen. Dies lässt hoffen, dass Politik sich verstärkt um die Weiterentwicklung des Radverkehrs bemühen wird. Das kann für die ganze Branche nur als Riesen-Chance betrachtet werden!“

Als Höhepunkt des ersten Kongresstages wurde der "Deutsche Fahrradpreis 2013" in den Kategorien "fahrradfreundlichste Entscheidung" und "fahrradfreundlichste Persönlichkeit" verliehen. Die Schauspielerin Michaela May erhielt in diesem Jahr den Deutschen Fahrradpreis als fahrradfreundlichste Persönlichkeit.

Einen Beitrag zur Verbesserung der Radverkehrssicherheit liefert die vom BMVBS geförderte Verkehrssicherheitskampagne „Rücksicht im Straßenverkehr“. Näheres im folgenden Artikel.

 

Radverkehrs-Koordinatorin im Bundesverkehrsministerium

Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer hat Birgitta Worringen zur Radverkehrsbeauftragten des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) ernannt. Mit der Ernennung von Worringen, der Leiterin der Unterabteilung Verkehr, Forschung in der Grundsatzabteilung des BMVBS, will das Ministerium den Stellenwert des Radverkehrs unterstreichen.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) begrüßt, dass seine Forderung nach einer zentralen Koordination umgesetzt wurde. Von Frau Worringen wird nun erwartet, dass die Radverkehrsbeauftragte als Netzwerkerin aktiv wird und Institutionen und Initiativen, die auf der Ebene von Ländern und Kommunen arbeiten, zusammenbringt.

Die Einsetzung einer Radverkehrsbeauftragten im BMVBS ist aus Sicht des ADFC aber nur ein erster Schritt. „Der Radverkehr hat großen Nachholbedarf und ist ein Querschnittsthema, dass verschiedene Ministerien betrifft,“ so Stork weiter. „Deshalb ist es notwendig, dass nicht nur das BMVBS, sondern auch die Bundesregierung die Position einer oder eines Fahrradbeauftragten schafft, um die Arbeit der Ministerien zu koordinieren.“

Birgitta Worringen arbeitete vor ihrer jetzigen Tätigkeit im BMVBS als Journalistin, bekleidete den Posten der Pressesprecherin im Bundesfamilien- und Bundesverkehrsministerium, war für den Vorstand der CDU/CSU-Fraktion in der Strategie-, Fach- und Pressearbeit mit Schwerpunkt Verkehrspolitik tätig und leitete das Referat für Kabinetts- und Parlamentsangelegenheiten im BMVBS.

Bundesverdienstkreuz für VDZ-Ehrenvorsitzenden

Auf Anregung des VDZ erhielt unser Ehrenvorsitzender, Herr Louis-Dieter Hempelmann, am 8. März d. J. das Bundesverdienstkreuz am Bande. Im Rahmen einer Feierstunde verlieh Landrat Friedel Heuwinkel im historischen Sitzungssaal des Rathauses dem Lagenser diese Auszeichnung für sein jahrzehntelanges politisches, berufliches, soziales und ehrenamtliches Engagement in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen.

Familie, Freunde und viele Wegbegleiter durften diese Ehrung begleiten. Auch Vertreter des VDZ waren natürlich dabei. Susanne Eickelmann und der heutige Vorstand Dietmar Knust gratulierten stellvertretend für die Geschäftsführung und den gesamten Vorstand, in dem ja auch Hempelmanns Sohn Tobias heute aktiv mitarbeitet.

Louis-Dieter Hempelmann war bis zum Eintritt in den Ruhestand Geschäftsführer des Zweirad-Fachgeschäftes Lippe-Bikes Hempelmann in Lage. Als VDZ-Vorsitzender vertrat er lange Jahre ehrenamtlich die Belange des Zweiradhandels auf Bundesebene und machte sich mit seinem Engagement in der Branche einen Namen.

Darüber hinaus ist Louis-Dieter Hempelmann seit mehr als 45 Jahren kommunalpolitisch in Lage tätig. Als Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion sowie als Ausschussvorsitzender, unter anderem derzeit als Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses des Rates der Stadt Lage, begleitet er seit mehr als vier Jahrzehnten das politische Geschehen der Stadt Lage durch Übernahme verantwortlicher Funktionen. Des Weiteren gehört er zu den Gründungsmitgliedern der „Arbeitsgemeinschaft Wirtschaftsförderung". Mehr als 25 Jahre war er darüber hinaus aktiver Angehöriger der Freiwilligen Feuerwehr Lage, unter anderem als Löschzugführer und als Wehrführer.

Bürgermeister Liebrecht sprach Herrn Hempelmann im Namen des Rates und der Verwaltung der Stadt Lage die Glückwünsche zu dieser Auszeichnung aus. Auch wir gratulieren noch einmal ganz herzlich! Der VDZ und die gesamte Zweiradbranche hat Herrn Hempelmann viel zu verdanken.

 

VDZ-Vorstand Dietmar Knust gratuliert seinem Vorgänger L.-D. Hempelmann zum Bundesverdienstkreuz

Die Marktsituation des deutschen Fahrradhandels 2012 aus Sicht des VDZ

 

Präsentation anlässlich der ZIV-Pressekonferenz am 20.03.2013 in Berlin

Am 20. März 2013 präsentierte der Zweirad-Industrie-Verband e.V. (ZIV) im Gebäude des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung in Berlin seine Wirtschaftsdaten 2012. Bei dieser Pressekonferenz saß der Geschäftsführer des VDZ, Thomas Kunz, auf dem Podium. Er berichtete über die Marktsituation des Fahrradhandels aus Sicht des VDZ.

Der Konjunkturverlauf im Fahrradmarkt 2012 war, wie zu erwarten, wieder eindeutig von der Witterung geprägt. Auf einem guten Start im Frühjahr folgte mit dem verregneten Sommer ein deutlicher Umsatzeinbruch, der im Zweiradhandel - auch aufgelaufen zu Minuszahlen führte. Der zum Teil noch sommerlich warme und lang anhaltende Herbst sorgte dann für eine Stabilisierung, die im Endergebnis wieder zu einem Umsatzzuwachs gegenüber dem Vorjahr geführt hat. Das gilt für den Fachhandel, der sich rechtzeitig auf die Trends eingestellt hatte. Der VDZ geht davon aus, dass vor allem in den gut geführten Unternehmen des „Premium-Fachhandels“ ein Umsatzzuwachs von ca. 5 % erzielt werden konnte. Die Gesamtbranche dürfte eher das Vorjahresergebnis nur knapp überschritten haben.

Die hier dargestellte Umsatzentwicklung des Fahrradfachhandels liegt damit wieder über der Entwicklung des gesamten Einzelhandels, der in 2012 ein Umsatzplus von nominell 1,5 Prozent erreichte und damit real (nach Abzug der Preissteigerung von ca.2%) den Vorjahresumsatz nicht ganz erreichen konnte.

Mengenmäßig betrachtet, also gemessen an der Stückzahl der verkauften Räder, hat der Absatz an Fahrrädern allerdings wieder einen leichten Rückgang von ca. 3 % zu verzeichnen.

Das Umsatzergebnis des Fahrradfachhandels war also - wie im Vorjahr - von dem Zuwachs bei den E-Bikes geprägt. Dies führte wiederum zu einer deutlichen Steigerung des Durchschnittspreises aller verkauften Räder auf ca. 515 Euro.

Außerdem ist zu verzeichnen, dass kaum noch von einer allgemeinen Branchenkonjunktur die Rede sein kann. Die Entwicklung war von deutlich unterschiedlichen Firmenkonjunkturen geprägt, die nicht nur von den eigenen Aktivitäten der Unternehmen abhing, sondern auch von der örtlichen Wettbewerbssituation und der regional unterschiedlichen Wirtschaftsentwicklung.

Die Marktbedeutung von filialisierenden Großunternehmen im Fahrradmarkt ist gewachsen, preisaggressive Vertriebsformen beeinflussten zunehmend den Wettbewerb. Der Fahrradmarkt verspürt nach Auffassung des VDZ inzwischen, wie andere Branchen auch, zunehmende Konzentrationserscheinungen.

Beim Absatz der hochwertigen Produkte waren hohe Ansprüche der Käufer an Service, Beratungskompetenz und Lieferfähigkeit des Fachhandels vor Ort erkennbar. Das hatte Auswirkungen auf die Breite und Tiefe der vorzuhaltenden Sortimente in den stationären Handelsbetrieben mit entsprechender Kapitalbindung im Warenbestand. Die zunehmend gut informierten Käufer erwarten unter anderem die unmittelbare Verfügbarkeit der gewünschten Produkte und sind in der Regel nicht bereit, Lieferverzögerungen zu akzeptieren.

Andererseits aber suchten viele Interessenten nach oft intensiven Recherchen im Internet ihren Händler vor Ort auf, um hier das schon „vorgewählte“ Produkt zu erwerben und dieses später hier auch warten und pflegen zu lassen. Das Internet spielte eine zunehmende Rolle - nicht ausschließlich als neuer Wettbewerber, sondern vor allem als Informationsmedium der Interessenten.

Die Möglichkeit, sich bereits vor dem Kontakt mit dem Handel anonym im Internet über Marken, Gebrauchseigenschaften und Qualitäten und natürlich auch Preise informieren zu können wurde von vielen Verbrauchern genutzt.

 Weitere Themen waren die Entwicklung der E-Bikes, Selektiver Vertrieb und die allgemeinen Entwicklungstrends im Fahrradfachhandel. Die komplette Presseinfo können Sie hier einsehen:

files/nachrichten/ZIV-Pressegesprch_20_03_2013_FFENTLICH(1).pdf

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